Die Reise begann mit einer gesperrten Autobahn

Die Reise begann mit einer gesperrten Autobahn

Eigentlich wollte ich gar nicht nach Lüneburg.

Zumindest nicht dieses Mal.

Wochenlang hatte ich meine Route geplant. Neue Strecke. Neue erste Station. Diesmal wollte ich alles anders machen.

Doch dann wurde die Autobahn gesperrt.

Und plötzlich stand ich vor einer Entscheidung.

Geradeaus oder rechts.

Hannover oder Lüneburg.

Und während mein Kopf noch überlegte, wusste mein Herz längst die Antwort.

Lüneburg.

Der Ort, an dem vor fünf Jahren eine Reise begann, die mein Leben verändern sollte.

Der Ort, an dem ich den Seelenpartner-Break erlebt habe.

Der Ort, an dem ich geliebt, gehofft, geweint und geträumt habe.

Der Ort, an dem ich mich verloren und gleichzeitig gefunden habe.

Also fuhr ich nach Lüneburg.

Und während ich fuhr, wurde mir plötzlich bewusst:

Vielleicht beginnt diese Reise gar nicht in Rovinj.

Vielleicht beginnt sie genau hier.

Dort, wo vor fünf Jahren alles begann.


Als ich auf dem Wohnmobilstellplatz ankam, bekam ich zuerst Platz Nummer 4.

Doch der Stromanschluss funktionierte nicht.

Also musste ich umparken.

Auf Platz Nummer 5.

Im ersten Moment dachte ich:

„Ach nein. Jetzt wieder alles umbauen.”

Doch als ich mich ins Wohnmobil setzte und aus dem Fenster schaute, musste ich lächeln.

Direkt vor mir lag ein Gullideckel.

Und darauf stand ein großes:

R

R wie Rovinj.

R wie Ruhe.

R wie Reise.

R wie Rückkehr.

R wie Reifung.

R wie Richtig.

Ich musste lachen.

Nicht, weil ich glaube, dass das Universum Botschaften auf Gullideckel schreibt.

Sondern weil ich an diesem Tag bereits verstanden hatte:

Manchmal führt uns das Leben genau dorthin, wo wir hinmüssen.

Und plötzlich ergab alles Sinn.

Das Kleid, das ich anhatte.

Genau das Kleid, das ich damals in Kroatien getragen hatte.

Die Erinnerungen an Roy, meinem Seelenpartner.

Die Erinnerungen an Georg, meinem Freund in Lüneburg.

Die Altstadt von Lüneburg.

Der Kalkberg.

Die Wohnung, die ich so geliebt hatte.

Die Tränen.

Die Dankbarkeit.

Die Wehmut.

Und gleichzeitig dieses tiefe Gefühl:

Ich komme nach Hause.

Nicht nach Lüneburg.

Zu mir.


Vor fünf Jahren kam ich nach Lüneburg, um herauszufinden, wer ich bin.

Heute kam ich zurück, um zu sehen, wer ich geworden bin.

Damals wusste ich nicht, was aus all dem entstehen würde.

Nicht die Interviews.

Nicht die Bühnen.

Nicht Welt im Wandel TV.

Nicht das Schweizer Gesundheitsfernsehen.

Nicht das Sphinx-System.

Nicht die Programme.

Nicht die Freiheit, heute mit meinem Wohnmobil und Luna durch Europa zu reisen.

Damals wusste ich nur:

Ich fahre los.

Heute weiß ich:

Es hat sich gelohnt.



Und vielleicht war das die wichtigste Erkenntnis dieses Tages:

Manchmal beginnt die schönste Reise nicht dort, wo wir hinwollen.

Sondern dort, wo das Leben uns sanft abbiegen lässt.

Eine gesperrte Autobahn.

Ein kaputter Stromanschluss.

Ein großes R auf einem Gullideckel.

Und plötzlich beginnt ein neuer Sommer.

Ein Sommer in Rovinj.